Standortfaktoren

Wenn die Entscheidung gefallen ist, eine Niederlassung in den USA zu eröffnen, sind die wichtigsten Kriterien dafür oft Faktoren wie die Nähe zu bestehenden Lieferanten, die Gewinnung neuer Kunden, Minimierung des Wechselkursrisikos sowie eine kosteneffiziente Produktion.

Jedoch ist bei der Wahl eines neuen Standorts zusätzlich zu beachten, dass es große regionale Unterschiede innerhalb der USA gibt und eine Vielzahl von Faktoren sich signifikant auf die Wirtschaftlichkeit des neuen Standorts auswirken können.
Unterschieden wird hier zwischen harten und weichen Standortfaktoren.
Zu den harten Standortfaktoren gehören z.B. Lohn- und Gehaltskosten sowie Ausgaben für Energie und Logistik. Sie sind für Unternehmen leicht messbar und berechenbar, weiche Standortfaktoren jedoch sind durch subjektive Einschätzungen geprägt und umfassen z. B. die Lebensqualität oder den Freizeitwert der Region.

Wichtige Differenzen zwischen einzelnen Regionen können z.B. Grundstücke und Gebäude, die Infrastruktur, die logistischen Anbindung zu Kunden und Zulieferern, die Lohnkosten, die Energiepreise, die Lebensqualität, der Arbeitsmarkt oder auch Umweltauflagen betreffen. Einzelne Faktoren müssen dann basierend auf den individuellen Anforderungen des Unternehmens bewertet werden, um den optimalen Standort zu finden.

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Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt in den USA ist regional sehr unterschiedlich. Lohnkosten variieren teilweise signifikant zwischen den verschiedenen Bundesstaaten und liegen oft deutlich unter den in Deutschland gezahlten Löhnen. Lohnunterschiede von über 30% sind durchaus häufiger festzustellen. Wichtig ist, die entsprechende Qualität der Arbeitskräfte im Auge zu haben. Dazu werden die Verfügbarkeit von Fachkräften sowie generelle Indikatoren wie die Arbeitslosenquote, High School- und Hochschulabgänger, Anzahl der Arbeitskräfte im lokalen Arbeitsmarkt sowie die Bildungsangebote, Universitäten und Weiterbildungsmöglichkeiten bewertet. Wir bei Pons Atlantic Partners kennen uns mit beiden Kriterien und den regionalen Unterschieden sehr gut aus.

Zusätzlich ist auch die unterschiedlich starke Verbreitung der Gewerkschaften zu beachten. Gesetzliche und tarifliche Rahmenbedingungen unterscheiden sich zwischen den einzelnen Bundesstaaten.

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Infrastruktur

Im Allgemeinen ist die Infrastruktur in den USA gut ausgebaut. Ein funktionierendes Straßennetz deckt das ganze Land ab und auch das Eisenbahnnetz ist gut erschlossen.
Einzelne Standorte variieren hauptsächlich bei der Distanz zu Flug- und Seehäfen. Seehäfen sind relevant für Firmen, die ihre Zulieferer im Ausland haben oder Teilprodukte aus eigener Produktion aus Deutschland in den USA weiterbearbeiten. Auf die Nähe zu internationalen Flughäfen wird viel Wert gelegt, um eine gute Erreichbarkeit des Standorts aus Deutschland zu gewährleisten. Die ausreichende Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Elektrizität, Wasser, Erdgas und des Entsorgungssystems sind zusätzliche Faktoren, die bei der Bewertung des Standorts eine Rolle spielen.

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Grundstück und Gebäude

Wenn die generellen Rahmenbedingungen stimmen, müssen jetzt die Feinheiten bei der Auswahl der einzelnen Grundstücke beachtet werden. Neben dem Vergleich der Rohdaten wie Kosten, Fläche, Emissionen, Topographie, Art des Bodens, Stand der industriellen Erschließungsmaßnahmen oder maximale Belastungen des Bodens sind auch besondere Gegebenheiten wie Ausbaufähigkeit, Nachbarschaft zu Wohngebieten, Großindustrie oder externe Belastungen (Lärm, Vibration, Geruch, Staub usw.) mit zu bewerten.

Aufgrund Ihrer individuellen Situation kann es sinnvoll sein, in ein gebrauchtes Gebäude einzuziehen. Im Verhältnis zu einem Neubau sind hier z.T. sehr attraktive Mieten erzielbar. Das bietet sich allerdings nicht für jeden Betrieb an, denn einige sind durch ihre Fertigung so spezialisiert, dass ein gebrauchtes Gebäude umfangreich umgebaut werden müsste. Hier sind wiederum in einem Neubau bessere Konditionen zu erzielen.

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Energiepreise

Die Energiepreise in den USA sind niedriger als in Deutschland, in vielen Regionen sogar über 50% geringer. Der Strommarkt wurde im Norden bereits dereguliert und wird durch private Versorger geregelt, im Süden ist der Strommarkt oft in der Hand einzelner, regionaler Stromanbieter. In verschiedenen Gemeinden können Sie deshalb den Anbieter frei wählen, in anderen ist er vorgegeben. In ausgewählten Fällen haben Sie ab einer bestimmten Verbrauchshöhe die Wahlfreiheit über die Anbieter.

Gas ist im Vergleich zu Deutschland ebenfalls günstiger, auf dem privatisierten Gasmarkt herrschen auch innerhalb der USA erhebliche Preis- und Leistungsunterschiede zwischen einzelnen Regionen. Je nach Leistungspaket können die Preise auch für mehrere Jahre festgeschrieben werden.

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Wirtschaftsförderung

Um ihre Attraktivität als Standort zu erhöhen, bieten Staaten, Counties und Kommunen oft Wirtschaftsförderungen, wenn das Projekt bestimmte Auflagen erfüllt. Diese können sich durch Steuerentlastungen, Darlehen, Investitionszulagen, Vorleistungen im Bereich der Infrastruktur oder durch die Bereitstellung von Gelände manifestieren. Regional können diese Förderungen sehr unterschiedlich ausfallen, wobei in wirtschaftlich schwächeren Regionen die staatliche Unterstützung oft größer ist.

Diese öffentlichen Wirtschaftsförderungen können Projektkosten signifikant beeinflussen – sie sollten jedoch nicht der ausschlaggebende Faktor bezüglich der Standortwahl werden.

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Zulieferer

Die Nähe zu Lieferanten ist für viele Unternehmen relevant, um Lieferungsengpässe zu vermeiden und einen reibungslosen Produktionsablauf zu gewährleisten. Daher stellt sich bei der Standortsuche die Frage nach der Anzahl und Verfügbarkeit qualifizierter Zulieferer sowie Local-Content-Vorschriften, Import-/Exportzöllen und der Just-In-Sequence Versorgungssicherheit.

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Steuern, Auflagen und Behörde

Steuern und Abgaben unterscheiden sich regional deutlich. Auch hier kommt es darauf an, welche Produkte hergestellt werden, wie groß der Anteil ist, der innerhalb des zukünftigen Bundesstaates verbleibt bzw. in andere Bundesstaaten exportiert wird.

Bei der Auswahl des neuen Standortes sollte zusätzlich über die sogenannten Freihandelszonen nachgedacht werden. Sie haben nicht nur steuerliche Auswirkungen auf Ihr Geschäft, sondern auch auf den "lokalen Anteil" einer Produktion. Dieser ist speziell bei Zulieferern von OEMs wichtig, die einen speziellen Prozentsatz an lokaler Fertigung nachweisen müssen.

Neben Steuern sind Umweltauflagen von County zu County unterschiedlich. Auch wenn Umweltauflagen in Deutschland größtenteils strenger sind, sollte bereits vor der Standortwahl auch in den USA geklärt werden ob bestimmte Produktionsprozesse und deren Emissionen in Einklang mit bestehenden Auflagen gebracht werden können.

Bei der Wahl eines geeigneten Standorts sollte man sich auch eventueller spezieller Auflagen und bürokratischer Eigenheiten bewusst sein. Der Baugenehmigungsprozess kann sich je nach County anhand unterschiedlicher Voraussetzungen, der Finanzierungsart und der Zahl beteiligter Ämter und Dauer komplex gestalten.

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Lebensqualität

Deutsche Unternehmen genießen in den USA einen sehr guten Ruf. Sie tragen das Image ein guter Arbeitgeber zu sein und viel Wert auf ein langfristiges Beschäftigungsverhältnis zu legen. Besteht in Ihrer Branche ein Fachkräftemangel, sollte dem Standortfaktor Lebensqualität für zukünftige Mitarbeiter eine besondere Bedeutung beigemessen werden. Städte, Gemeinden, Regionen, Bundesstaaten mit einem hohen Grad an Lebensqualität ziehen sowohl Fachkräfte aus der Region, wie auch aus den gesamten USA an – nicht zuletzt sind dann auch langjährige Mitarbeiter aus Deutschland gern bereit als sogenannte Expatriates Zeit am neuen Standort in den USA zu verbringen und können ihre Erfahrungen hervorragend einbringen.

Zu dem Standortfaktor „Lebensqualität“ gehören öffentliche Angebote wie z.B. Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser sowie generelle Kennzahlen zu Kriminalität, Lebenshaltungskosten, Mieten, Kaufpreise von Häusern und der Freizeitwert der Region mit Kulturangeboten, Museen usw. Auch die Verfügbarkeit von deutschen Schulen oder Klassen oder dem Angebot des Internationalen Bakkalaureats (IB) spielt bei der Standortentscheidung eine nicht unerhebliche Rolle.

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